Newsmeldung

13.05.2009
ralf kowalski
autor: 
kin.destatement - Temporäre Sperrungen
Seit der ersten Veröffentlichung von befristeten Sperrungen (News vom 14.04.) sind bei mir mehr als 100 Emails eingegangen. Vom Schulterschluss bis zur Aufforderung diese Seite dicht zu machen, ist fast das gesamte Spektrum an Meinungen und Geschmacklosigkeiten vertreten. Einen nicht ganz so lustigen Höhepunkt bilden einige der über 30 Kommentare zur vorhergehenden Meldung.
Als Betreiber und somit Mitverantwortlicher dieses Portals möchte ich auf gewisse Dinge hinweisen, die ich eigentlich für selbstverständlich erachtet habe.
Auch wenn der Sachverhalt zu den Geschehnissen in Holzen am 1. Mai hier nicht bis ins letzte Detail zu klären ist, dürfte jedem klar sein, dass die befristeten Lösungen für Lüerdissen und Holzen zwar nicht in vertraglicher Form vorliegen, es aber dennoch ein Abkommen gibt welches besagt:

Zur Brutzeit des Falken sind einige Felsen nicht zu beklettern. Punkt.

Es gehört zu den (legitimen) Aufgaben der Vogelschützer ab und zu nach der Brut zu schauen. Inwieweit sich einige Leute anmaßen hier eine Spitzeltätigkeit nach DDR-Vorbild herbeizureden, ist mit Ignoranz kaum zu erklären. Derartige Geschmacklosigkeiten stellen eine Verhöhnung der Opfer eines Unrechtsregimes dar, wie es auch Peter Brunnert treffend formulierte. In diesem Fall eine staatlich organisierte Überwachung zu sehen, in deren weiteren Verlauf die erwischten Kletterer mit zum Teil lebenslangen Repressalien zu rechnen haben, kann sich mir einfach nicht erschließen.
So peinlich der Vergleich, so unwichtig sind die vorgebrachten Verdachtsmomente. Denn eines möchte ich nicht unterschlagen: Das Abkommen wurde - hoffentlich einmalig - von Seiten der Kletterer gebrochen. Die Frage sei erlaubt, was schwerer wiegt; der wie auch immer begründete Verstoß gegen die Sperrung oder das (angebliche) Kontrollverhalten des Vogelschützers?
Die Antwort fällt eindeutig zu unseren Ungunsten aus. Und hier liegt der Hund begraben. Sollte es vermehrt zu Verletzungen von Sperrungen kommen, werden wir in Sippenhaft genommen und haben ALLE die Konsequenzen zu tragen. Das impliziert eine Bringschuld, die in der Beantwortung der einfachen Frage liegt, wie dies in Zukunft zu vermeiden ist.
Abgesehen davon wird die Arbeit derjenigen, die sich für den Erhalt der Klettergebiete einsetzen, kontakariert.

Wie mir heute morgen gesagt wurde, ist bezüglich des Selters eine Normenkontrollklage aus dem Lager der Eigentümer anhängig. Inwieweit das Nichteinhalten von temporären Sperrungen das Verfahren positiv beeinflusst würde ich gern diskutieren.

Dem Wunsch nach Tilgung und/oder Zensur von Kommentaren werde ich nicht nachkommen - es sei denn, ich werde gesetzlich dazu gezwungen oder die Autoren bitten selbst darum. Dennoch gebe ich zu, dass ich Minister Steinbrück um sein Bad-Bank-Modell beneide; ich hätte als Webmaster manchmal auch gern so eine schicke Bad-Bank - eine für substanzlose und kontraproduktive Beiträge. Vielleicht noch mit dem Unterschied, dass die Urheber die Bürgschaft selbst übernehmen.
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