Newsmeldung

25.04.2010
ralf kowalski
autor: 
kin.deweltweit - Monte Sarmiento 2010: Tierra del Fuego
Monte Sarmiento 2010

Mit einem Gipfelerfolg sind der Extrembergsteiger Robert Jasper, Bergführer Jörn Heller und der Hamburger Bergfotograf Ralf Gantzhorn von ihrer Expedition zum Monte Sarmiento, dem weißem Berg von Feuerland , zurückgekehrt.

Am Ende der Welt, noch südlich der Magellanstraße, steht ein Berg, der bereits Charles Darwin als das "erhabenste Schauspiel Feuerlands" in seinen Bann zog: Der Monte Sarmiento.

Weit von der nächsten menschlichen Ansiedlung entfernt und nur mit dem Schiff zu erreichen, hüllt sich der Berg meist in dicke Wolken, die berüchtigten "roaring fourties" mit ihren Stürmen und schlechten Wetter vereitelten schon so manchen Besteigungsversuch.

Ausgangspunkt der Expedition war Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, am Beagle-Kanal. Von dort aus segelten Robert Jasper, Jörn Heller und Ralf Gantzhorn auf einer kleinen Yacht, der 16 m langen Tari II mit Skipper "Micki" Fischer und seiner Crew, ihrem rund 300 Seemeilen (500 km) entfernten Ziel entgegen. 11 Tage dauerte die Seefahrt durch die bewegten Gewässer bei Kap Horn, bis die Basis des Berges, die Bucht Caleta Escandallo, erreicht war.

Monte Sarmiento 2010

Dort angelangt stellten sich den Bergsteigern zunächst zwei Hindernisse entgegen: Der Dank 6000 mm Niederschlag (10 Mal so viel wie in Deutschland) üppig wuchernde Regenwald und die bis ins Meer fließenden Gletscher. Mit viel Mühe konnte ein Weg durch Dschungel und Gletscherspalten gefunden werden, es fehlte jedoch weiterhin die entscheidende Schönwetterphase für einen Gipfelversuch. Nach dem drei Anläufe in schlechtem Wetter scheiterten, drehte der Wind am 01. April auf Süd, eigentlich ein gutes Zeichen. Trotz weiterhin grauer Wolken stieg das Team auf, musste sich allerdings auf halber Höhe den schlechten Wetterverhältnissen beugen: Bei Schneesturm und in dem gefürchteten "White Out" gruben sich die drei in einer Schneehöhle ein. Auf Wetterbesserung hoffend wurde der Höhleneingang alle zwei Stunden freigeschaufelt, zum einen um nicht zu ersticken und zum anderen um das Wetter zu beobachten.

Am 02.04 gegen 4 Uhr blinkte der erste Stern durch die Wolken, der weitere Aufstieg wurde in Angriff genommen. Noch in der Nacht ging es durch gewaltige Spaltenzonen in die bis dato unbezwungene Nordwand des Monte Sarmiento. Eisige Kälte und senkrechter, haltloser Anraumschnee machte den Bergsteigern zu schaffen. Doch nach langer und komplizierter Kletterei erreichten Robert Jasper, Jörn Heller und Ralf Gantzhorn gegen Mittag den Westgipfel des Monte Sarmiento (2145m). Als Reminiszenz und Hommage an den bekannten Seefahrer und Entdecker tauften sie ihre im Alpinstil erstbegangene Route La Odisea de Magellanes ("Die Odyssee Magellans"). Das Team bewältigte dabei allein im Aufstieg eine Strecke von ca. 20 Kilometern und 3000 Höhenmetern, die Schwierigkeiten erreichten im Eis WI 4+. Auf- und Abstieg (vom Boot in der Caleta Escandallo gesehen) dauerten 39 Stunden.

Nach einer weiteren Woche auf See, schließlich musste die berüchtigte Magellanstrasse noch gequert werden, erreichte das Expeditionsteam wohlbehalten und glücklich am 10. April den Hafen von Punta Arenas in Chile.

Alle Bilder: www.ralf-gantzhorn.de - Danke!

Monte Sarmiento 2010
Auf dem Gipfel (vlnr): Robert Jasper, Jörn Heller, Ralf Gantzhorn
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