Newsmeldung

09.05.2015
marc winter
autor: 
kin.denachruf - Thommy Herrmann ist gestorben


Nun ist es Gewissheit, Thomas Thommy Herrmann ist am Abend des 7. Mai 2015 nach langer schwerer Krankheit gestorben. Eine Nachricht, welche einem Schock gleichkommt. Wir alle haben an diesem Tag einen guten Freund und Begleiter verloren, der mit nur 51Jahren viel zu früh gegangen ist. Einer Persönlichkeit, dessen Lücke nicht mehr zu schließen ist und uns tieftraurig macht.

Alle, die das große Vergnügen teilen können, mit Thommy klettern gegangen zu sein, verbinden diese Tage untrennbar mit seiner offenen Freundlichkeit, ansteckenden gute Laune und seinem tiefsinnigen feinen Humor. Durch seine unbekümmerte Art, seiner Freude an Späßen, Hang zu kleinen Dramen und durch seine Verlässlichkeit wurde jeder Klettertag mit ihm zu einem schönen Erlebnis und es gab immer viel zu lachen.

Thommy kam schon in seiner frühen Kindheit durch Ferienaufenthalte in den Alpen zum Bergsteigen und dadurch später zum Klettern. Dieser Leidenschaft ging er ab Mitte der 80er Jahre auch im Ith, Holzen und dem Selter sowie durch Kletterurlauben in Italien und Frankreich nach. Vor allem der heimische Selter mit seinen Hauptwänden wie Erzhausener Kanzel, Keule, Räucherschinken und Ultradächern sowie den alten Wäldern haben es ihm sehr angetan gehabt. Hier verbrachte Thommy lange Zeit jede freie Minute und durchstieg zahlreiche Routen im oberen Schwierigkeitsgrad. An der Erzhausener Kanzel verewigte sich Thommy mit seiner Erstbegehung von Space Taxi. Er war von Beginn an bis zu letzt ein fester Bestandteil der Selter Kletterszene.

Wie sehr Thommy sich den heimischen Felsen verbunden fühlte, zeigt sich nicht zuletzt auch darin, dass er seiner späteren Frau Sabine als Hochzeitsantrag ein Foto überreichte, auf welchem er mit Anzug und Krawatte sowie einem Blumenstrauß in der Hand in einer Kletterroute zu sehen ist. Darüber hinaus führte er seine beiden Töchter Laura und Lena zum Klettersport und verbrachte vor allem mit Lena in späteren Jahren viele Stunden als Vater und Klettertrainer in Personalunion an den Felsen im Weser-Leine-Bergland und auf Wettkämpfen deutschlandweit.

Zudem war Thommy mit einer der Hauptinitiatoren und Förderer, der dafür sorgte, dass in Hildesheim in der alten Löseke Papierfabrik auf dem Dachboden der erste öffentliche Boulderraum entstand. Vielen Eingeweihten werden die Boulderabende im Winter unvergesslich bleiben..;-)

Um Thommy's unbekümmertes Wesen vielleicht ein wenig zu beschreiben, sollen an dieser Stelle zwei kleine Anekdoten erzählt werden, um zu zeigen, wie lustig es mit ihm am Fels zu ging:

Ende der 90er Jahre bzw. zur Jahrtausendwende war es unter seinen Kletterpartnern ein ungeschriebenes Gesetz, die ältesten Express-Schlingen bzw. Karabiner von seiner Kletterausrüstung zu finden, welche selbstverständlich noch im aktiven Gebrauch waren.
Der Rekord war eine Express-Schlinge mit Kong-Karabinern von 1985!

Zum anderen musste damals jeder seiner Kletterpartner dem Ritual beiwohnen, wenn Thommy sich zum Aufwärmen solo durch die Talseite von der Keule/Selter hochschraubte, um dann aber jedesmal völlig verwundert festzustellen, dass er die Griffabfolge komplett vergessen hatte.
Nicht wenige sahen sich im Geiste schon Sprungtücher aufspannen..:-)

Schlussendlich mag für uns die Erkenntnis etwas Trost stiften, dass Thommy durch seine beiden Töchter sowie durch sein Wirken als auch durch die gemeinsamen Erlebnisse weiterleben wird.

Dennoch, wir vermissen dich jetzt schon!
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